Heizungsgesetz 2026: Neue Gasheizungen wieder attraktiv oder teure Kostenfalle?

Die Reform des Heizungsgesetzes 2026 soll neue Gasheizungen wieder ermöglichen. Für Eigentümer und Vermieter klingt das zunächst attraktiv, birgt aber erhebliche Risiken: steigende Brennstoffkosten, unsichere Grüngasquoten und langfristig höhere Nebenkosten. Warum Wärmepumpe, Mieterstrom und Sektorenkopplung oft die wirtschaftlichere Lösung sind.

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Heizungsgesetz 2026: Neue Gasheizungen wieder attraktiv? So riskant ist der Fehlanreiz

Seit 2022 ist für viele Eigentümerinnen und Vermieterinnen klar geworden: Gas und Öl sind unzuverlässig – und vor allem eine Preisfalle. Wer heute noch stark auf fossile Heizungen setzt, bindet sich an schwankende Brennstoffkosten und steigende Risiken in der Nebenkostenabrechnung. Genau deshalb sorgt die neue Debatte rund um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wieder für so viel Verunsicherung.

Denn nach den jüngsten Eckpunkten der schwarz-roten Koalition (Stand März 2026) soll die bisher bekannte Logik des „Heizungsgesetzes“ deutlich verändert werden: Die 65%-Regel soll fallen – und durch eine Grüngas- bzw. Grünölquote ersetzt werden.

Was bisher gilt: 65% Erneuerbare – mit Übergängen und Wärmeplanung

Aktuell ist das Prinzip im Kern einfach: Neue Heizungen sollen perspektivisch zu mindestens 65% mit erneuerbaren Energien betrieben werden – je nach Gebäudeart, Zeitpunkt und vor allem in Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung sowie Übergangsfristen.  

Das Ziel dahinter war (und ist): Fossile Heizungen schrittweise unattraktiv machen, damit Haushalte nicht dauerhaft in hohe Betriebskosten laufen.

Was sich ändern soll: Weg von der 65%-Regel, hin zur Grüngasquote

Laut Eckpunkten sollen künftig wieder „alle Heizungsarten“ möglich sein – inklusive neuer Gas- und Ölheizungen, allerdings gekoppelt an eine steigende Beimischung „grüner“ Brennstoffe (z. B. Biomethan, Wasserstoff-Derivate, synthetische Kraftstoffe).  

Wichtige Details aus den Eckpunkten:

  • 65%-Vorgabe soll gestrichen werden.
  • Grüngasquote: laut Deutschlandfunk soll sie bis 2029 bei 10% liegen und danach in Stufen bis 2040 steigen.
  • Parallel ist von einer Grünölquote die Rede.
  • Förderung für klimafreundliche Anlagen (z. B. Wärmepumpen) soll mindestens bis 2029 abgesichert werden.  


Klingt auf den ersten Blick nach „mehr Freiheit“. Das Problem: Die Verantwortung wird von der Heizungsentscheidung im Gebäude zu den Energieversorgern und Brennstoffmärkten verlagert – und damit auch ein Teil des Preisrisikos.

Warum die Grüngasquote aus wirtschaftlicher Sicht wackelt

Hier sind die Punkte, die in der aktuellen Debatte besonders häufig kritisiert werden – und die Du bei Investitionsentscheidungen unbedingt mitdenken solltest:

1) Verbraucher-Schutz wird schwächer, Preisrisiko steigt.

Wenn weiterhin breit Gasthermen eingebaut werden, hängen Mieterinnen und Eigentümerinnen an einem Brennstoffmarkt, der in den letzten Jahren gezeigt hat, wie schnell er kippen kann. Genau deshalb macht es aus Verbrauchersicht Sinn, eine klare, überprüfbare Zielmarke wie die 65%-Regel beizubehalten – statt eine Quote, deren Kosten am Ende über den Brennstoffpreis durchschlagen.  

2) Grüngas ist knapp – Knappheit wird teuer.

Mehr Nachfrage bei begrenztem Angebot führt nicht zu „grünem Gas für alle“, sondern typischerweise zu höheren Preisen – und die landen in der Nebenkostenabrechnung. Auch in der Berichterstattung wird vor spürbaren Mehrkosten für Verbraucher gewarnt.  

3) Fehlanreiz: Gastherme heute, Kostenfalle morgen.

Wenn der Einbau fossiler Technik wieder „normaler“ wird, entsteht ein Lock-in: Die Anlage steht 15–20 Jahre (oder länger), aber die Brennstoffanforderungen und Preise verändern sich. Das trifft besonders Haushalte, die wenig Spielraum haben – und Mieter*innen, die die Entscheidung nicht selbst treffen.

4) Das Hin und Her schadet allen.

Verbraucher sind verunsichert, Handwerk und Industrie planen im Nebel – und notwendige Modernisierungen werden vertagt. Genau diese Unsicherheit ist teuer.

Statement von Kalipe Immo: „Technologieoffen“ – aber bitte mit Planbarkeit

„Der geplante Wegfall der 65%-Vorgabe ist aus
unserer Sicht ein klarer Fehlanreiz:

Er suggeriert Endkundinnen, dass eine vermeintlich günstigere fossile Heizung ein guter ‘erster Schritt’ sei – und langfristig tragbar bleibt. Genau das verschweigt die Realität: Die laufenden Kosten werden über die Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich steigen – durch volatile Brennstoffpreise, steigende CO₂ und Netz-Kosten und die absehbare Verknappung ‘grüner’ Beimischungen.

Damit geraten Vermieter*innen und Mieter*innen gemeinsam in eine Kostenfalle: Die Technik steht im Keller, aber die Rechnung kommt Monat für Monat über die Betriebskosten. Planungssicherheit entsteht nicht durch neue Schlupflöcher für Gas, sondern durch Lösungen, die dauerhaft bezahlbar funktionieren.“

(Niklas Guttenberger)

Der entscheidende Hebel: Sektorenkopplung statt Brennstoff-Wetten

Egal wie das GEG am Ende konkret formuliert wird: Die Richtung im Gebäudebestand ist eindeutig – weg von teuren, volatilen Brennstoffen, hin zu effizienter, elektrifizierter Wärme – Lösungen die sich rechnen, rechnen sich einfach.

Und genau hier wird Sektorenkopplung zum echten Praxisvorteil:

  • Wärmepumpe senkt die laufenden Wärmekosten durch hohe Effizienz.
  • Mieterstrom (PV auf dem Dach) liefert günstigen Strom direkt ins Gebäude – ohne dass Deine Mieter*innen auf „irgendwelche“ Strompreise angewiesen sind.
  • Intelligentes Energiemanagement sorgt dafür, dass möglichst viel Eigenstrom genau dann genutzt wird, wenn er im Haus gebraucht wird (Wärme, Allgemeinstrom, ggf. Laden).
  • Stromspeicher glätten Lastspitzen und erhöhen den Eigenverbrauch.
  • Wallboxen machen das Gebäude zusätzlich attraktiver und nutzen den lokal erzeugten Strom sinnvoll.


Das Ergebnis ist nicht „Öko“ als Selbstzweck – sondern mehr Kontrolle über Betriebskosten, weniger Abhängigkeit von fossilen Preissprüngen und ein Gebäudekonzept, das sich am Markt besser behauptet.

Was Du jetzt konkret tun kannst

  1. Nicht auf Schlagzeilen reagieren – sondern auf Zahlen: Welche Wärmekosten sind realistisch über 10–15 Jahre?
  2. Gebäude als Energiesystem denken: Dachfläche, Netzanschluss, Verbrauchsprofile, Modernisierungsfahrplan.
  3. Mieterperspektive einbeziehen: Wer heute investiert, schützt morgen vor Nebenkosten-Schocks und somit die Attraktivität des Wohnraums.
  4. Gemeinsame Analyse:

 

Wenn Du wissen willst, welche Kombination aus Mieterstrom, Wärmepumpe, Speicher und Energiemanagement in Deinem Objekt wirtschaftlich am besten funktioniert (inkl. Auswirkungen auf Betriebskosten und Umsetzbarkeit im Bestand), schauen wir uns das gern strukturiert mit Dir an – sachlich, technologieoffen und mit dem Fokus auf Planbarkeit und Rendite.

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